05.07.2022

| 2022-06

Neues Zuhause für mehr als eine Million Objekte

Sammlungsneubau Filmmuseum Potsdam Foto: Ulrike Rehberg, BLB
Sammlungsneubau Filmmuseum Potsdam Foto: Ulrike Rehberg, BLB

Von Bornstedt nach Babelsberg: Heute sind die Sammlungen des Filmmuseums Potsdam, seit 2011 Institut der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, mit einem offiziellen Festakt von der Pappelallee in Potsdam-Bornstedt in den Archiv-Neubau an der Marlene-Dietrich-Allee in der Medienstadt Babelsberg umgezogen.

 Wissenschafts- und Kulturministerin Dr. Manja Schüle:

„Drehbücher, Requisiten, Kostüme, Filmtechnik, Werbeplakate, Fotos sowie 200 Nachlässe von Hans Albers bis Tom Zickler – alles, was das Cineastenherz begehrt, bewahrt das Filmmuseum Potsdam auf. Mehr als 25 Jahre lagerten diese teils sensiblen Artefakte in einer viel zu kleinen Baracke in der Pappelallee – unter wenig idealen Bedingungen. Umso schöner, dass wir heute die Eröffnung des großzügigen und technisch bestens ausgestatteten Archiv-Neubaus am traditionsreichen Babelsberger Filmstandort feiern können! Ein leicht verspätetes Geschenk zum 40. Geburtstag des Filmmuseums, den wir im vergangenen Jahr begangen haben. Kein deutsches Filmmuseum kann auf eine so lange Geschichte blicken. Und kein anderes deutsches Filmmuseum nennt ein Kino, eine Ausstellung und mehr als eine Million Sammlungsobjekte sein eigen. Ziel ist es, Nachlässe und filmbezogene Materialien für die Wissenschaft und für künftige Generationen als kulturgeschichtliche Zeugnisse zu sammeln, zu bewahren, zu erforschen und zu vermitteln. Dank des Neubaus kann das Filmmuseum seine Archive und Sammlungen deutlich komfortabler als bisher für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und dieses Kulturgut für zukünftige Generationen bewahren.“

Christine Handke, künstlerisch-organisatorische Leiterin und Direktorin Filmmuseum Potsdam:

„Durch die Verortung unserer Sammlungen direkt neben dem Studio Babelsberg, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg, dem Deutschen Rundfunkarchiv, dem MediaTechHub und weiteren wichtigen Medieninstitutionen werden sich ganz neue, wertvolle Synergien und Perspektiven für unsere wachsenden Bestände ergeben. Neben unserem bekannten und gut besuchten Museum mit seinen Ausstellungen und dem Kino in der Potsdamer Innenstadt werden wir auch durch die unmittelbare Nähe zu unserem Bauherrn, dem Filmpark Babelsberg, mit dem geplanten Schaudepot ab 2024 unsere Sammlungen für ein neues, auch internationales Zielpublikum öffnen können.“

Dr. Ilka Brombach, wissenschaftlich-kuratorische Leiterin & Direktorin Filmmuseum:

„Mit dem Sammlungsneubau können Filmmuseum Potsdam und Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF in Zukunft noch besser kooperieren und zusammenwachsen. Seit 2011 gehört das Filmmuseum institutionell zur Filmuniversität; nun ziehen die Sammlungen - und mit ihnen die Zeugnisse aus einhundert Jahren Filmgeschichte - in den Neubau gegenüber. Damit entsteht ein einzigartiger Rechercheort zum Thema Film: Die universitäre Fachbibliothek und die museale Sammlung befinden sich Tür an Tür. Außerdem können Studierende, Lehrende und Forschende zukünftig – digital und hands-on – direkt mit dem Material der Filmgeschichte arbeiten. Ein Seminarraum, Forschungsarbeitsplätze und ein Workshopraum stehen ihnen zur Verfügung.“

Prof. Dr. Susanne Stürmer, Präsidentin Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF:

„Mit dem Sammlungsbau wächst unser Campus um eine weitere Perle – nach dem neuen Haus 6, das wir im letzten Jahr eröffnen konnten. Ich freue mich auf die noch engere Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum und auch, dass uns der Neubau Raum für eine Innovationsetage bietet: Das Erich Pommer Institut, der Meda Tech Hub Accelerator, das Startbüro Babelsberg und das neue cX Studio, unser im Aufbau befindliches Experimentierlabor zu neuen Medientechnologien, haben eine neue gemeinsame Heimat gefunden.“

Die seit 1990 wachsenden Sammlungen des 1981 im Marstall eröffneten Filmmuseums Potsdam bewahren umfangreiche Bestände zur Film- und Kinogeschichte sowie zur Filmtechnik Deutschlands auf. Der Sammlungsschwerpunkt liegt auf den Babelsberger Filmstudios seit 1912, der Film- und Kinokultur der DDR (DEFA-Betriebe) und deren Künstler*innen sowie der jüngsten Geschichte des Filmstandortes Babelsberg. Zu den Sammlungen gehören beispielsweise Drehbücher, Szenen- und Kostümbild-Entwürfe, Kostüme, Requisiten, Fotos, Tonträger und Filmplakate. Der Bestand an historischer Film- und Kinotechnik ist mit mehr als einer Million Objekte einer der größten in Deutschland.

Im August 2020 wurde der Grundstein für das neue, rund 10.000 Quadratmeter große Archiv-Gebäude in der Medienstadt Babelsberg gelegt. Im März 2022 konnte das Sammlungsgebäude vom Bauherrn an die Mieter und Nutzer, den Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen des Landes Brandenburg, die Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF / Filmmuseum Potsdam, übergeben werden. Mit dem Neubau erhalten die Sammlungen die dringend benötigten klimatisierten Magazine sowie Werkstätten und Bearbeitungsräume nach gültigen konservatorischen Standards, um die Objekte als Teil des nationalen Kulturerbes zu bewahren. Hinzu kommen Seminarräume und ein Vermittlungsraum. Im Sammlungsneubau soll bis 2024 ein öffentlich zugängliches Schaudepot eingerichtet werden.

Die Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF wurde 1954 als Deutsche Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg gegründet und 2014 zur Filmuniversität umgewandelt. Sie ist die einzige Kunsthochschule des Landes Brandenburg und Deutschlands einzige Filmuniversität. Knapp 60 Professor*innen unterrichten rund 900 Studierende in 23 künstlerischen und wissenschaftlichen Studiengängen, darunter Digitale Medienkultur, Regie, Szenografie. Prominente Absolvent*innen sind u.a. Regisseur Andreas Kleinert, Schauspielerin Maryam Zaree, Autor Torsten Schulz. Die Hochschule leitet seit 2013 von Prof. Dr. Susanne Stürmer. Das Land finanziert die Filmuniversität in diesem Jahr mit rund 19 Millionen Euro.

Originalcontent Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK)

Medieninformation
22-07-05 / 203
Stephan Breiding

Ident-Nr
2022-06
Datum
05.07.2022
Verantwortlich
Ulrike Rehberg , presse@­blb.brandenburg.de
Ident-Nr
2022-06
Datum
05.07.2022
Verantwortlich
Ulrike Rehberg , presse@­blb.brandenburg.de