03.11.2016

Preußisch schick, funktional und modern – das Amtsgericht Königs Wusterhausen wird saniert und erweitert

v. l. n. r. Matthias Deller, Klaus-Christoph Clavée, Walter Vielain, Christian Görke und Norbert John beim symbolischen Einschlagen der Nägel
v. l. n. r. Matthias Deller, Klaus-Christoph Clavée, Walter Vielain, Christian Görke und Norbert John beim symbolischen Einschlagen der Nägel

Am 3. November 2016 wurde auf Einladung des Brandenburgischen Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen (BLB) das Richtfest auf der Baustelle des Amtsgerichts Königs Wusterhausen gefeiert. Im Auftrag des Landes Brandenburg koordiniert der BLB das Sanierungs- und Bauprojekt am Schloßplatz 4 mit einem Gesamtvolumen von 20,3 Millionen Euro. Nach einer langen und intensiven Planungs- und Abstimmungsphase mit dem Nutzer, der Denkmalschutzbehörde und der Stadt Königs Wusterhausen schreitet der Bau jetzt wunschgemäß voran.

Platzmangel versus Denkmalschutz

Besonders herausfordernd war die Unterbringung der dringend benötigten Nutzfläche für weitere Gerichtssäle und Büroräume auf der klein bemessenen Grundstücksfläche unter Berücksichtigung der beiden denkmalgeschützten Bestandsgebäude. „Das ist dem Architekturbüro Abelmann Vielain Pock sehr gut gelungen“, betont Norbert John, Technischer Geschäftsführer des BLB. Dabei waren die Architekten von einer bereits mehr als einhundert Jahre alten Idee fasziniert. Schon 1912 hatten die preußischen Baumeister ein L-förmiges Gebäude für eine zukünftige Erweiterung des Gerichtsgebäudes vorgesehen. Durch die Adaption der alten Pläne können Mitarbeiter und Besucher nach der voraussichtlichen Fertigstellung des Bauvorhabens Ende Juni 2018 das gesamte Gebäudeensemble rundum auf allen Etagen komfortabel begehen. Dabei stiehlt der Neubau dem historischen Hauptgebäude keinesfalls die Show. Das alte Amtsgericht wird durch den Rückbau in den Originalzustand und eine umfassende Sanierung in neuem Glanz erstrahlen. Im zentralen Bereich zwischen diesen dreigeschossigen Gebäudeteilen befindet sich ein weiterer eingeschossiger Baukörper. Seine sichtbare Dachrostkonstruktion mit Oberlichtern überspannt den inneren Hof und verbindet alle Bauteile.

Den Nutzer im Fokus

Moderne Gerichts- und Bürogebäude müssen heute vielfältigen Standards gerecht werden. Die Besucher des Amtsgerichts Königs Wusterhausen werden im Eingangsbereich zunächst eine Sicherheitsschleuse passieren und ähnlich wie bei Flughäfen zur Erhöhung der Sicherheit nur nach Überprüfung in das Gebäude gelangen. Der Neubau ist vollkommen barrierefrei. „Nicht nur Rollstuhlfahrer können sich in den Gebäuden ohne Hindernisse bewegen. Es finden sich zum Beispiel auch taktile Informationsfelder, die Sehbehinderten einen barrierefreien Zutritt gewährleisten sollen“, führt Frank Geist, Projektleiter des BLB aus. Es gelten verschärfte Brandschutzbestimmungen und Anforderungen an die Energieeffizienz. Der Neubau orientiert sich u. a. mit der Ausführung der Dämmung, der Türen und Fenster am Passivhausstandard des Landes Brandenburg. Die Altbauten werden ebenfalls energetisch ertüchtigt. „Die Anforderungen sind komplex. Letztendlich steht für uns der Nutzer im Mittelpunkt – er muss sich wohlfühlen“, bringt es Norbert John auf den Punkt.

Sanierung und Erweiterung des Amtsgerichts Königs Wusterhausen

Bauherr: BLB im Auftrag des Landes Brandenburg
Architekten: Abelmann Vielain Pock Architekten, Berlin
Nutzung: Gebäudeensemble aus Neubau und zwei denkmalgeschützten Bestandsgebäuden ist Sitz des Amtsgerichts mit Gerichtssälen, Serviceeinheiten und Büroräumen, Sicherheitsschleuse, Wachtmeisterei, Cafeteria, Bibliothek, Konferenzraum, Vorführbereich und Vernehmungsraum, Grundbuch- und Aktenarchiv, Umkleide- und Sanitärräumen, Asservaten- und Pfandkammer
Ort: Königs Wusterhausen, Schloßplatz 4
Nettogrundfläche: 6.000 Quadratmeter
Nutzfläche: 3.481 Quadratmeter
Bauzeit: von Oktober 2014 bis voraussichtlich März 2018
Baukosten: 20,3 Millionen Euro

Über den BLB

Der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) ist der zentrale Partner für die Landesverwaltung Brandenburg bei den Themen Liegenschafts-, Gebäude- und Baumanagement. Als Eigentümer bewirtschaftet er große Teile des Liegenschaftsvermögens des Landes und ist gleichzeitig serviceorientierter Vermieter. Für die Kunden im Land Brandenburg, von der Staatskanzlei über das Justizministerium bis zum Forstamt, für den Bund und bei besonderem Landesinteresse auch für Dritte managt der BLB Bauprojekte. Weiterhin organisiert er den Fuhrpark der allgemeinen Landesverwaltung Brandenburgs. Durch eine optimale Bewirtschaftung und Verwertung aller Liegenschaften sowie durch die effiziente Planung des Fuhrparks leistet der BLB einen aktiven Beitrag zur Entlastung des öffentlichen Haushalts des Landes Brandenburg.
Weitere Informationen unter www.blb.brandenburg.de

Datum
03.11.2016
Rubrik
Landesbau
Verantwortlich
Ulrike Rehberg , ulrike.rehberg@­blb.brandenburg.de
Datum
03.11.2016
Rubrik
Landesbau
Verantwortlich
Ulrike Rehberg , ulrike.rehberg@­blb.brandenburg.de