02.03.2020

Lange: Landesbaubetrieb vor großen Herausforderungen

BLB mit angespannter Personalsituation – Haushalt 2020 bringt zusätzliche Stellen – Landesbetrieb erfasst aktuell Sanierungsbedarf bei Polizeidienststellen

v. l. n. r.: Frank Duckwitz, Katrin Lange, Norbert John
v. l. n. r.: Frank Duckwitz, Katrin Lange, Norbert John

Potsdam – Moderne Behörden und Hochschulen, funktionale Polizeidienststellen und sichere Gerichte sind ein wesentlicher Bestandteil einer leistungsfähigen Verwaltung. Das hat heute Brandenburgs Finanzministerin Katrin Lange beim Besuch des Brandenburgischen Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen (BLB) in Potsdam betont. Dieser ist der zentrale Partner für die Themen Liegenschafts-, Gebäude- und Baumanagement in Brandenburgs Landesverwaltung und gehört zum Geschäftsbereich des Finanzministeriums. „Die Landesverwaltung steht heute im Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern um die besten Köpfe. Vernünftige Arbeitsbedingungen sind dafür unverzichtbar. Zu diesen gehört auch eine zeitgemäße Unterbringung von Mitarbeitern der Verwaltung, Wissenschaftlern, Polizisten und Richtern“, betonte Lange bei ihrem heutigen Antrittsbesuch beim BLB in Potsdam.

Nicht überall sind die Verwaltungsgebäude im Land so, wie sie sein sollten. Und das 30 Jahre nach der Einheit und dem finanziellen Auslaufen des Solidarpakts II.  Das ist ohne Zweifel ein Problem – vor allem für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landes“, räumte die Finanzministerin ein. Sie betonte, dass dem Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen daher eine „Schlüsselrolle in den nächsten Jahren zufällt. Auch dem BLB selbst steht ein Generationswechsel bevor, auch er muss in den kommenden Jahren zahlreiche Bauingenieure, Architekten oder Fachleute im Faciltymanagement finden und einstellen. Zugleich muss er dafür sorgen, dass Brandenburgs Landesverwaltung insgesamt attraktive Arbeitsbedingungen bietet. Das ist eine strategische Herausforderung mit Bedeutung für das gesamte Land Brandenburg“, so Lange.

Unsere größte Baustelle ist unsere Personalsituation. Jahrelang galt es, Personal abzubauen“, bestätigte Frank Duckwitz. Als kaufmännischer Geschäftsführer zeichnet er seit Februar 2020 verantwortlich für die Bereiche Faciltymanagement, Organisation und Finanzen des BLB. Unterstützt wird er durch seinen Kollegen und technischen BLB-Geschäftsführer Norbert John, der bereits seit Januar 2006 den Geschäftsbereich Baumanagement sowie die zentrale Vergabestelle des Landesbetriebes verantwortet. „Von den aktuell 512 Beschäftigten werden bis 2023 rund 123 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, also fast ein Viertel der Gesamtbelegschaft, den BLB altersbedingt verlassen. Im Haushalt 2020 stehen erstmals wieder zusätzliche Stellen für den BLB bereit. Darüber freuen wir uns, aber geeignetes Personal zu finden, ist nicht leicht“, betonten Duckwitz und John. Ingenieure seien Mangelware, Tarifunterschiede zwischen Land, Bund und Kommunen oder höhere Gehälter in der Privatwirtschaft erschwerten die Akquise von qualifiziertem Personal.

Als öffentliches Unternehmen bieten wir Arbeitsplatzsicherheit, flexible Arbeitszeiten, eine faire Bezahlung und die Vereinbarkeit von Job und Familie. Aber wir müssen uns im Ringen um Fachkräfte auch neu aufstellen. Personalmarketing ist hier eines der Schlüsselworte“, betonte Duckwitz. Neue Wege würden hier bereits seit 2019 betreten. Ein neuer moderner Internetauftritt soll Geschmack auf den BLB machen. Um Fachkräfte werde auf Jobmessen und in Ausschreibungen in verschiedensten Online-Portalen, Tages- und Fachzeitschriften geworben. Kooperationen mit Hochschulen seien in Arbeit. „Wer Herausforderungen sucht, ist bei uns genau richtig“, warb Duckwitz für einen Job im BLB.

Einen großen Aufgabenschwerpunkt des BLB stellen die Maßnahmen zur Sanierung, Herrichtung und den Neubau von Polizeidienststellen im Land dar. Von 2011 bis 2019 wurden hier bereits gut 75 Millionen Euro investiert, zum Beispiel in den Neu- und Umbau der Polizeidirektion West in Brandenburg an der Havel oder den Neubau für die Polizeiinspektion Havelland in Falkensee. In 2020/2021 sind acht große Maßnahmen mit einem Volumen von rund 90 Millionen Euro geplant, die in den Jahren 2023 bis 2025 zum Abschluss gebracht werden sollen. Dazu zählt zum Beispiel der Neubau der Anwärterunterkünfte für die Hochschule der Polizei in Oranienburg für rund 44 Millionen Euro. „Parallel erfassen wir momentan den Sanierungs- und Bauunterhaltungsbedarf für die Polizeidienststellen im Land erneut, um dann gemeinsam mit dem Innenministerium und dem Finanzministerium über Prioritäten und die Finanzierung zu sprechen“, skizzierte Duckwitz das weitere Vorgehen.

In den nächsten Jahren laufen zudem unter der Regie des BLB mehrere große Baumaßnahmen für Land und Bund. So ist der BLB von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) mit der Bauausführung für den Neubau des Bundespolizeipräsidiums auf der Liegenschaft Heinrich-Mann-Allee 103 in Potsdam beauftragt. Für den Neubau sind im Bundeshaushalt rund 71 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden. Das Land hatte sich 2018 bereit erklärt, große Teile der landeseigenen Liegenschaft für die Bundespolizei zur Verfügung zu stellen. Daher wird unter anderem im Landesbehördenzentrum Eberswalde aktuell das Haus 14 für den Landesforstbetrieb für rund elf Millionen Euro hergerichtet. Ein weiteres großes Bundesbauprojekt ist der Neubau der Niederlassung des Deutschen Wetterdienstes in Potsdam, für den vom Bundesfinanzministerium im Haushalt rund 37 Millionen Euro eingestellt sind. Auch für die Hochschulen wird gebaut. So werden derzeit an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg zwei neue Gebäude für das Anwendungszentrum Fluiddynamik und das Forschungszentrum 3H fertiggestellt. Für die Universität Potsdam entsteht am Campus Golm ein Forschungsneubau, in dem das Zentrum für Naturstoffgenomik (NSG) und das Forschungs- und Technologiezentrum „Earth & Environment Centre“ (EEC) Platz finden werden. Das Bauvorhaben wird durch die Europäische Union und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Über den BLB

Der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) ist der zentrale Partner für die Landesverwaltung Brandenburg bei den Themen Liegenschafts-, Gebäude- und Baumanagement. Als Eigentümer bewirtschaftet er große Teile des Liegenschaftsvermögens des Landes und ist gleichzeitig serviceorientierter Vermieter. Für die Kunden im Land Brandenburg, von der Staatskanzlei über das Justizministerium bis zum Forstamt, für den Bund und bei besonderem Landesinteresse auch für Dritte, managt der BLB Bauprojekte. Weiterhin organisiert er den Fuhrpark der allgemeinen Landesverwaltung Brandenburgs. Die rund 500 Beschäftigten des setzen jeden Arbeitstag ein Bauvolumen von rund 750.000 Euro um. Im gesamten Land Brandenburg verwalten sie gut 500 Liegenschaften mit fast 850 Gebäuden, bewirtschaften über eine Million Quadratmeter Nutzfläche und betreuen rund 1.500 Mietverträge.

Weitere Informationen unter www.blb.brandenburg.de.

Datum
02.03.2020
Rubrik
Allgemeines
Verantwortlich
Ulrike Rehberg , ulrike.rehberg@­blb.brandenburg.de
Downloads
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Ulrike Rehberg , ulrike.rehberg@­blb.brandenburg.de
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